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Vom Pünktlichkeitsmythos und der Begeisterung über das deutsche Sozialsystem

Vom Pünktlichkeitsmythos und der Begeisterung über das deutsche Sozialsystem

Manchmal braucht es den Spiegel von außen, um zu erkennen, in welch privilegiertem Sozialsystem wir leben. Das war die Erkenntnis der Klasse FAM 24 nach dem heutigen Besuch von Taylor und Diana.
 
Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit, dass die beiden US-Amerikanerinnen, die als Volunteers über das Excellence Center nach Halle gekommen sind, am Englischunterricht der Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen teilnehmen konnten. Peter, der ein Jahrzehnt in Irland gelebt hat, führte als Moderator galant durch das Gespräch. Es begann mit einer Geschichte über eine abenteuerliche Fahrt mit der Deutschen Bahn. So schnell ist also das Klischee von den pünktlichen Deutschen dahin.
 
Nach einem Austausch über eigene Erlebnisse in den USA kamen wir zum fachlichen Teil der Diskussion: das Sozialleistungssystem in Deutschland im Vergleich zu den USA. Wir stellten Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest, schilderten persönliche Erfahrungen und erklärten die Strukturen in Deutschland. Taylor, die seit der High School Deutsch lernt, war von vielen Informationen überrascht. Als wir dann über Urlaubstage, Mutterschutz und bezahlte Elternzeit sprachen, konnten die Gäste ihr Erstaunen über die vielen freien Tage und das Schutzsystem für bestimmte Personengruppen nicht verbergen. Aber auch wir waren mehr als überrascht, als wir von den wenigen Urlaubstagen, geteilten Zimmern im Studentenwohnheim und den Kosten für ärztliche Behandlungen hörten.
 
Darüber hinaus kamen persönliche Themen wie englischsprachige Kinovorstellungen, kulinarisches Heimweh und passende Empfehlungen zur Sprache. Leider ging es auch um negative Vorurteile, mit denen beide aufgrund ihrer Nationalität konfrontiert werden.
 
Herzlichen Dank an Taylor und Diana für ihre Offenheit und die Beantwortung unserer vielen Fragen!
 
In Zusammenarbeit mit dem Excellence Center.